z8v.de

Lohnt sich ein Autostromzähler?

Nach zwei Jahren Börsenstrom (Tibber) habe ich mal durchgerechnet, ob sich ein extra Zähler für die Wallboxen lohnen würde.

Für die folgende Betrachtung lege ich den Stromverbrauch der Autos vom Jahr 2024 zugrunde:

Hier haben wir ingesamt 6623,7 kWh Strom geladen wovon 57% bzw. 3.802,9 kWh von der Sonne stammen und 2.820,8 kWh aus dem Netz bezogen wurden.

Im Schnitt haben wir für die kWh Strom 16,1 Cent bezahlt worauf 9,3 Cent auf die Einspeisevergütung entfallen.

Umgerechnet nur auf die 2.820,8 kWh, habe ich hier für die kWh aus dem Netz 25,27 Cent bezahlt.

Das entspricht monatlichen Stromkosten aus dem Netz von 59,40 Euro.

Bei Verivox würde ich zum aktuellen Zeitpunkt beim Lieferanten Montana im Monat 59,24 € bezahlen. Hierbei sind aber alle Bonuszahlungen mit eingerechnet.

Mein Fazit: Es rechnet sich nicht.

Im Februar 2023 zog ein E-Fahrzeug, eine Renault Zoe (Bj. 2018), mit 64.500 km bei uns ein. Ersetzt hat sie einen 20 Jahren alten Opel Astra mit über 200.000 km.

Als gelernter Kfz-Mechatroniker und Studium der Fahrzeugtechnik erledige ich Reperaturen immer selbst, dennoch war bei dem Astra mittlerweile ein Zustand erreicht, der aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu dem Ergebnis führte, diesen zu ersetzen.

Der Kaufpreis der Zoe mit dem Akku (41 kWh) lag hierbei bei 16.896,37 €.

Zum jetzigen Zeitpunkt zeigt der Tacho einen Kilometerstand von 101.458 km – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Randbedingungen

Das Auto ist grundsätzlich für meine Frau. Da wir beide tägliche Pendelstrecken von einfach 40 km haben, ergibt sich eine nicht geringe Jahreslaufleistung von circa 20.000 km.

Unser Eigenheim verfügte bereits über ein 20kWp PV-Anlage in symmetrischer Ost-West-Ausrichtung.

Als Wallbox wählte ich eine Tinkerforge WARP2. Diese schlug mit 1114,93 € zu buche. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es durchaus günstigere Lösungen gibt, ich wählte diese Wallbox jedoch aus Gründen der Robustheit und Langlebigkeit. Weiterhin ist Sie OpenSource und OpenHardware und verfügt über einen MID-Zähler.

Gesteuert wird diese von dem Open-Source-Tool evcc.io.

Stromkosten

In den 36.958 gelaufenen Kilometern wurden 7.055,6 kWh geladen, wovon 55% von der heimischen PV-Anlage stammen.

Die restlichen 45% wurden automatisiert zu günstigen Börsenstromzeiten (Tibber) geladen.

Dies entspricht Gesamtkosten von 923,55 € – was wiederum einen Preis von 15,3 Cent/kWh entspricht bei einem Verbrauch von 19,09 kWh/100 km. Dieser Werte stammen aus dem Zähler der Wallbox, also Ladeverluste sind in den 19,09 kWh/100 km bereits mit inbegriffen.

Dies entspricht einem Verbrauch von 2,92 €/100 km.

Vergleich

Legt man die obigen Kosten in ein Liniendiagramm, kommt folgende Grafik dabei heraus:

Vergleich_Auto

Sichtbar wird hier, dass sich die Zoe im Vergleich zu einen neuem Astra bereits nach weniger wie 3 Jahren günstiger fahren lässt.

Angenommen wurde hierbei ein Verbrauch von 6,5 Litern auf 100 km bei Kosten von 1,65 Euro pro Liter sowie eine jährliche Steuer von 108 Euro.

Jeder der aber an dieser Stelle selbst recherchiert, wird feststellen, dass ich hier immer zugunsten des Verbrenners gerechnet habe.

So wurden auch keine Reperaturenkosten mit berücksichtigt. Vor allem bei dem 20 Jahre alten Astra ist hier durchaus mit regelmäßigen Ausgaben zu rechnen.